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Ungarn

 

Traditionelle Küche

Exotische Speisen

 

Exotische Speisen

Die ungarische Küche verdankt ihren guten Ruf der Harmonie einfacher Speisen und raffinierter Gerichte, des auf alten Traditionen basierenden Erneuerungsgeistes. Die typisch ungarische Gastronomie verbindet heimische Produkte zu einem schmackhaften und gehaltvollen Gericht. Viele der ungarischen Gerichte sind mit Ortsnamen verbunden, was deren Herkunft signalisiert. Dabei sind die Spezialitäten durchaus verschieden und keineswegs miteinander zu vergleichen, was zum Teil an den vielen verschiedenen Volksgruppen im Lande liegt, die ihre Traditionen und Spezialitäten aus ihrem Ursprungsland mitbrachten und mit anderen vermischten. Die reiche Auswahl an Gewürzpaprika, Zwiebeln, Tomaten, Gemüsepaprika sowie Wild und Fisch mit der kulinarischen Kultur dieses Landes wird Sie begeistern. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass in der ungarischen Küche überall viel mit Paprika und Knoblauch gearbeitet wird, die Vorliebe für Schweinefleisch ist ebenfalls im ganzen Land zu finden. Wer die ungarische Küche kennen lernen möchte, findet überall in Ungarn gastronomische Einrichtungen aller Kategorien vom Luxusrestaurant bis zum Schnellimbiss, von der Csárda bis hin zur Kneipe. Die Speisekarten sind meistens auf Deutsch und Englisch und bieten Spezialitäten der ungarischen, aber auch der internationalen Küche an. Die Meisterköche gewinnen häufig bei internationalen Kochwettbewerben. Sicherlich kennen Sie diese Dinge: Paprika, Gulasch, Pörkölt   (traditionell wird Pörkölt, der Verwandte des uns bekannten Gulasch, im Kessel gekocht) und Halaszlé , die legendäre ungarische Fischsuppe. Gemüse und frische Salate, sowie besonders schmackhafte Saisonfrüchte wie Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Himbeeren und Melonen gibt es ebenso. In Ungarn besteht das Menü aus Suppe, Hauptgericht und am Schluss wird das Dessert serviert.

In Ungarn fängt man traditionell ein Menü mit einer Suppe an:

Man kann kulinarisch mit der weltbekannten Gulaschsuppe (Gulyásleves) anfangen. Sie findet man in zahlreichen Variationen auf jeder Speisekarte. Sie wird häufig in kleinen Kesseln serviert. Zu einer Gulaschsuppe gehört auf jeden Fall frisches Weißbrot und manchmal auch Rotwein. Ungarn hat sich einen Namen gemacht, nicht nur mit seiner unvergleichbaren Gulaschsuppe ( Kesselgulasch ), sondern auch mit der begehrten ungarischen Fischsuppe- Halászlé - eine scharfe rote Suppe, die aus heimischen Süßwasserfischen ( Karpfen, Weißfische uvm.) zubereitet wird. Um den Fisch dreht es sich auch in dem an der Tisza (Theiß) gelegenen Szeged. Die unvergleichbare Szegediner Fischsuppe (szegedi halászlé) würzt man traditionell mit reichlich Paprika von der schärferen Sorte, kein Wunder, denn Szeged ist, neben Kalocsa, Ungarns bedeutendstes Zentrum für Paprikaanbau. Eine echt gute Suppen-Spezialität ist auch die (Újházyleves) eine sogenannnte Hühnersuppe .

Ein weit verbreiteter Irrtum betrifft das ungarische Gulasch (gulyás) , das schon lange ein fester Bestandteil internationaler Speisekarten ist. Denn die Ungarn verstehen unter "Gulasch" eine im Kessel - traditionell über offenem Feuer-   gegarte deftige Fleischsuppe, wie sie die Rinderhirten (gulyás) einst aßen und auch teilweise noch heute zubereiten. Die ursprünglichen Zutaten, Fleisch, Kartoffeln in Würfeln geschnitten, gezupfte Nockerln und Zwiebeln, werden heute durch Paprika, Gemüse, Kümmel und Knoblauch ergänzt; das Gericht bleibt aber immer noch eine Suppe. An die Zeit des einstigen Nomadenlebens erinnern auf dem heutigen Speisezettel nur noch das Kesselgulasch (bográcsgulyás) und die leicht zu konservierende Beilage tarhonya (Eiergraupen). Das, was im Ausland die Bezeichnung "Gulasch"   trägt, ist in Ungarn ein Ragout aus Fleisch oder Fisch, Pilzen und verbirgt sich hinter dem Namen (pörkölt) und ist keine Suppe .

 

Vorspeisen:

Ein weiterer Vorspeisentipp ist die gebratene Gänseleber - beispielsweise mit Pilzen ( Gombás libamáj ). Auch die ohne Zweifel zu den feinsten Leckerbissen gehörende Gänseleber (libamáj) ist in allen Varianten, als Pastete, als Füllung, paniert oder gebraten, köstlich (aber leider auch kalorienreich), und das ganz zu Recht! Es gibt jedoch auch noch zahllose andere Gaumenfreuden der ungarischen Küche, die auch die Herzen der anspruchsvollsten Feinschmecker höher schlagen lassen.

 

Die traditionellen Hauptspeisen in Ungarn:

Wie wäre es mit Wild mit Waldbeeren, Hühnertopf, gefülltes Kraut, Paprikahuhn mit Nockerln und Variationen des Balatoni Fogas (ein Fisch aus dem Balaton / Plattensee, bei uns als Zander bekannt). Der Plattensee (Balaton) bietet nicht nur ausgezeichnete Bademöglichkeiten, sondern spendet auch einen außerordentlichen Reichtum an Süßwasserfischen, darunter Zander (fogas) oder, der gleiche Fisch, aber ein kleineres Exemplar der in Ungarn vorhanden ist und Süllö genannt wird, Karpfen (ponty), Wels (harcsa), Weißfische (kecsege) und Hecht (csuka). Unter den Fischkennern dürfte der Balatoner Zander nicht unbekannt sein, den man in den zahlreichen Gaststätten rund um den See serviert bekommt und den sich auch viele Urlauber gönnen. Doch die Küche der Balaton Region ist nicht nur berühmt für ihre köstlichen Fische.

Ein Muss für Ungarn Besucher ist Pörkölt , traditionell wird Pörkölt, der Verwandte des uns bekannten Gulasch, in Würfel geschnittenes Geschmortes, das aus Schweine- (Sertéspörkölt), Rind- (Marhapörkölt), Hammel- (Birkapörkölt), Geflügel- (Pörkölt csirke) oder Wildschweinfleisch (Vaddisznó) besteht, im Kessel gekocht und zubereitet. Die weiteren Zutaten sind Paprika, Zwiebeln die kleingeschnitten und vorgedünstet werden. Dieses Gericht ist dickflüssig und saucenartig und kann mit einem Ragout verglichen werden.

Wird dieses Gericht mit saurem Rahm (tejföl) verfeinert, heißt es Paprikás, mit etwas weniger Zwiebeln und Paprika. Das Paprikás ist eine andere Art von Pörkölt. Der Unterschied liegt nur hauptsächlich in der Zutat vom Fleisch. Hier wird überwiegend Geflügelfleisch verwendet. Diese Hauptspeise ist eine feinere Variante des Pörkölts.

Bei manchen Gerichten ersetzt schwarzer Pfeffer den Paprika, er kann eventuell in geringer Form verwendet werden, dann spricht man von Tokány . Das Fleisch wird bei dieser Speise überwiegend in dünnen Streifen geschnitten und nicht wie üblich in Würfel. Dieses Tokánygericht wird in bestimmten Regionen in Ungarn, teilweise verändert zubereitet. Die Zutaten sind teilweise andere wie bei den zwei oberen. Es werden andere Gewürze und Zutaten verwendet, wie Pfeffer, Majoran, grüne Erbsen, Pilze, Tomaten, Räucherspeck und Wurst.

Nicht entgehen lassen sollte man sich das Paprikahuhn (Paprikás csirke) , das mit einer Sauce aus saurer Sahne und Paprika zubereitet und mit Nockerln serviert wird. Zu vielen Gerichten wird Lecsó gereicht, das aus geschmorten Paprikaschoten, Tomaten, Zwiebeln und viel Paprikapulver zubereitet wird. Gefüllte Paprikaschoten (Töltött paprika) , oder die mit Hackfleisch gefüllte Kohlrouladen (Töltött káposzta) oder gefüllter Blumenkohl (Töltött karfiol) gehören ebenfalls zu den traditionellen Speisen.

 

In Ungarn zählt auch das Backen zur Tradition.

Viele stimmungsvolle Konditoreien verlocken zu einer Kostprobe. Zum Nachtisch werden Strudel (Rétés) aus hauchdünnem Teig mit Kirsch-, Quark- und Mohnfüllung oder leckere Süßspeisen Somlói galuska (Nockerl mit Schokolade, Nüssen, Vanille) gereicht. Die ungarischen Nachspeisen sind ein Traum. Palatschinken (Palacsinta) mit Nuss, Marmelade, Quark, Schokoladensauce, manchmal auch flambiert oder die Palatschinken nach Gundel Art. In ihrer süßen Form wurden Palatschinken (palacsinta) bereits im alten Habsburgerreich so begeistert aufgenommen, so dass man sie noch heute auf einer Wiener Speisekarte ebenso findet, wie auf einer Münchner. Auch die Quarkklöße (Túrógombóc) muss man einfach ausprobieren. Versuchen Sie die aus drei Biskuitsorten erträumten Schomlauer Nockerln. Zum Dessert empfehlen wir auch die Dobostorta , eine Torte aus Mokka und Karamell.

 

Weitere Spezialitäten in Ungarn

Als kleine Zwischenmahlzeit sind Maiskolben oder Lángos , ein in Fett ausgebackener Hefeteig, eine köstliche Alternative zu den sich im Land immer stärker ausbreitenden Fast-Food-Ketten. Die einfachste Variante ist nur mit Knoblauch bestrichen, aber man kann auch Sauerrahm, Käse oder "Magyaros" wählen.

Eine besondere Spezialität ist die wohl weltbekannte ungarische Pick Salami . Von den Firmen Pick und Herz auch in Deutschland zu haben, findet man sie in Ungarn in sehr vielen Geschäften.

Die Kochkunst der im Osten der ungarischen Tiefebene gelegenen Stadt Debrecen ist bis heute eng mit der des benachbarten Siebenbürgen verbunden. Die häufige Verwendung aromatischer Kräuter wie Dill, Majoran, Estragon, Rosmarin und Thymian geben den Speisen eine milde, aber feine Geschmacksnote. Eine in ganz Ungarn beliebte Spezialität ist Debrecener gefülltes Kraut (Debreceni töltött   káposzta) , bei dem die bekannten würzigen Debrecener Würstchen nicht fehlen dürfen.

Aber es muss nicht immer ungarisch sein.

Die Küche der Ungarn ist, im Gegensatz zu ihrer Sprache, nicht unverfälscht geblieben. Die italienischen Einflüsse oder die Türkenherrschaft hinterließen später nicht zu übersehenden kulinarische Spuren, wie den Paprika. Über den Wiener Hof kam nach dem Abzug der Muslime im 16. Jh. auch die französische Kochkunst ins Karpatenbecken. In Budapest bereichern die verschiedenen Nationalitätenrestaurants das Angebot, ob französische, griechische, chinesische, amerikanische, italienische oder vegetarische Küche - in Budapest findet jeder das Lokal für sich und seine Liebenden. In fast jedem Lokal in Ungarn wird deutsch oder englisch gesprochen. Fastfood-Ketten wie McDonald´s, Burger King usw. betreiben landesweit ihre Filialen.

 

Paprika

Spricht man über ungarische Küche, fallen einem sofort die Worte "Paprika und Gulasch" ein, die untrennbar mit diesem Land verbunden sind. Gewürzpaprika wird aus den spitzförmigen, roten Schoten der Paprikapflanze gewonnen. Sie ist mit dem Chilli verwandt und wurde vor langer Zeit nach Europa gebracht.

Bedingt durch Klima und Bodenverhältnisse, haben sich einige Gebiete als Anbaugebiete für Paprika entwickelt. Doch fand der feuerrote Paprika als Gewürz, gemahlen oder in Schotenform, erst seit dem 18. Jh. seinen Weg allmähliche in die ungarische Küche. Nachweislich kam der türkische Pfeffer bereits im 16. Jh. mit den Türken ins Land, diente zunächst als Arznei und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem charakteristischen Bestandteil der Nationalküche - allerdings nicht immer feurig und scharf.

Die reifen roten Paprikaschoten werden geerntet und anschließend auf lange Schnüre gefädelt. Diese Kränze werden auf Holzgestellen in der Sonne und danach auf den Dachböden getrocknet. In den ungarischen Anbaugebieten werden die Bauernhäuser mit den roten Paprikakränzen verkleidet. Wenn der Paprika völlig getrocknet ist, wird er zu Pulver gemahlen und so entsteht das schöne rote feine Paprikapulver.

Für Qualität und Schärfe der pulverisierten Paprika (Gewürzpaprika) sind die Auswahl der Sorten und die anteilige Zusammensetzung des verwendeten Fruchtfleisches, der Scheidewände und der Samenkörner entscheidend. Je mehr Adern und Samenkörner also mit den getrockneten Schoten gemahlen werden, umso schärfer ist der Paprika.

Entsprechend groß ist die Auswahl des Paprikas, der durch seine Qualität und seine Schärfe unterschiedlich ist. Die Gewürzpaprika, milder Paprika (különleges - mittelscharf), Delikatesspaprika (csemege - sehr mild), Edelsüßpaprika (édes-nemes - mild), Rosenpaprika (rózsa - scharf), und scharfer Paprika (csipös - sehr scharf).

Zur Verfeinerung der Gerichte wird in der ungarischen Küche die Gewürzpaprika häufig verwendet. In der Regel wird aber in Ungarn weit weniger scharf gekocht als geredet, und es bleibt dem Gast überlassen, den Schärfegrad der Speisen durch nachwürzen selbst zu bestimmen. Wenn Sie aber Ihr Gericht zu scharf gewürzt haben, trinken Sie auf keinen Fall, sondern essen Sie das gute ungarische Weißbrot dazu.

Die unvergleichbare Szegediner Fischsuppe (szegedi halászlé) würzt man traditionell mit reichlich rotem Pulverpaprika von der schärferen Sorte. Kein Wunder, denn Szeged ist neben Kalocsa Ungarns bedeutendstes Zentrum für Paprikaanbau. Das beste Paprikapulver bekommt man auf den Märkten oder direkt von den Bauern. Die Paprika enthält sehr viel Vitamin C und fördert die Verdauung.

Es gibt sehr viele verschiedene Arten Paprika, von groß, lang, scharf oder in verschiedenen Farben:

Nicht nur die rote Paprika ist scharf. Die oft unterschätzte giftgrüne/ längliche, schmale Paprikaschote übertrifft die roten mit seiner Schärfe.

Die sehr kleine Spitzpaprika (Hegyespaprika) ist rot oder grün und auch extrem scharf. Wird oft zur Verfeinerung und Schärfung von Gerichten verwendet.

Sehr scharf ist die kirschrote, kleine Kugelpaprika (Cseresznyepaprika) . Sie sollte vorsichtig verwendet werden. Zuviel davon und Sie denken, dass Sie von innen verbrennen.

Die runde, gelbe Apfelpaprika (Alma paprika) wird für die kalte Jahreszeit in Gläsern eingelegt und ist auch teilweise scharf. Sie wird manchmal mit Kraut gefüllt und verfeinert.

Die normale gelbe Paprika (nicht scharf) wird als Gemüsepaprika bei Letscho, für gefüllte Paprika und andere Gerichte verwendet.

 

Obst

Die ungarischen Weintrauben (szõlõ) sind nicht nur für den Wein, sondern auch als Obst zu genießen. Das Obst ist vorzüglich in seinem Geschmack, Aroma und Farbe. Besonders schmackhafte Saisonfrüchte wie Aprikosen, Feigen, Pfirsiche, Kirschen, Himbeeren und Pflaumen gedeihen reichlich durch das schöne warme Klima in Ungarn. Viele wissen nicht, dass auch die Melone (Dinnye) vorhanden ist und ausgezeichnet in diesem Land wächst.

 

Salami

Die weltbekannte ungarische Pick Salami (Téliszalami) ist auf der ganzen Welt bekannt. Ihren Namen erhielt sie durch Mark Pick. Auf Deutsch übersetzt, heißt Téliszalami - Wintersalami. Diesen Namen erhielt diese Salami, weil sie früher ausschließlich in den Wintermonaten hergestellt wurde. Die Bestandteile sind nach wie vor bestes Schweinefleisch, Schweinespeck und verschiedene Gewürzmischungen. Durch ihr feines und exzellentes Aroma und durch die lange Haltbarkeit erlangte sie weltbekannten Ruhm. Ihre Beliebtheit auf der Welt dauert bis heute an. Durch ihre Räucherung und anschließende ca. 3-monatige Reifung erhält sie einen besonderen Edelschimmel auf der Außenseite (Haut). Dieser weiße Schimmel schützt die Salami davor, ranzig zu werden und sorgt so für eine lange Haltbarkeit. Die Pick Salami wird bis heute mit den Ungarischen Nationalfarben Rot-Weiß-Grün verpackt.

Die hausgemachten Paprikasalami (paprikas szalami) oder Delikatesssalami (csemegeszalami) ist eine weitere Spezialität aus Ungarn. Sie werden in verschiedenen schärfegraden hergestellt und erhalten dadurch ihren unvergesslichen Geschmack. Sie werden auch in den Wintermonaten hergestellt, weil in dieser Zeit die Hausschlachtungen vollzogen werden und weil die Verarbeitung in dieser Zeit am besten für das empfindliche Fleisch ist.

 

Preise in den Restaurants

In Bezug auf das Preisniveau gibt es teilweise erhebliche Unterschiede. In den Ferienorten, Städten oder direkt am Balaton ist es oft etwas teurer als anderswo. Dennoch zahlt man meist auch für ein Abendessen noch deutlich weniger als bei uns. Ein Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall. Hauptgerichte erhält man meist schon ab ca. 3 €. Leider hat der Ferienort Siófok am Balaton (Südseite), durch den starken Tourismusandrang, seine Restaurant- und Kneipenpreise schon fast an deutsches Niveau angenähert. Sehr preiswert kann man etwas außerhalb der großen Ferienorte Essen gehen. Machen Sie doch einen kleinen Ausflug in das Hinterland des Balaton. In vielen Dörfern und Gemeinden findet man Restaurants / Csardas mit gutem Essen und einen freundlichen Service mit niedrigen Preisen.

 

Trinkgeld in Restaurants

Üblich sind ca. 10%, die man dem Ober bei der Bezahlung gibt. Lassen Sie das Trinkgeld nicht nach der Bezahlung auf dem Tisch liegen, geben Sie es besser Ihrem Ober direkt in die Hand. Denn oft kommt der Besitzer zum kassieren, und das erhaltene Trinkgeld, welches eigentlich dem Ober zusteht der sie bedient hat und für ihn bestimmt ist, erhält er meistens nicht . Dieses Trinkgeld steckt sich der Eigentümer selber in die Tasche. Wir empfehlen und bitten Sie, diesen Betrag direkt dem Ober entweder vor dem Kassieren oder danach zu übergeben. Bei den meisten Lokalen hängen die Speisekarten in deutscher oder englischer Sprache aus. Man kann sich so schon mal ein Bild von dem Preisniveau machen. Auch im Friseur- oder Kosmetiksalon, für Taxifahrten und andere Dienstleistungen ist Trinkgeld üblich, wie bei uns auch, wenn Sie mit der Dienstleistung zufrieden waren.

 

Lebensmittelpreise

Vieles bekommt man hier deutlich preiswerter als in Deutschland oder Österreich. Generell ist es so, dass ungarische Lebensmittel, z.B. Brot, Wurst oder Fleisch, preiswerter sind als vergleichbare Produkte in Deutschland. Bei Produkten, die nicht selber in Ungarn hergestellt werden, ist das Preisniveau ähnlich wie bei uns, wobei es auch hier große Unterschiede zwischen den Supermarktketten gibt.

In Ungarn gibt es sehr viele kleine Lebensmittelmärkte, aber auch große Supermarktketten sind hier vertreten. Die Preise sind natürlich direkt am See, in den vielen kleinen ABC Läden, teurer als anderswo in Ungarn. An der Hauptstraße, die um den Balaton / Plattensee verläuft, finden sich auch viele kleinere bis mittelgroße Supermärkte, die günstige Preise anbieten. Es sind auch Supermarktketten wie, z.B. Penny, Plus, Tempo u.v.m. vertreten.

 

Öffnungszeiten

Die meisten Märkte sind in den Sommermonaten montags bis freitags von 8 Uhr bis 20 Uhr, samstags von 8 Uhr bis 14 Uhr oder bis 20 Uhr geöffnet, einige kleinere ABC- Einkaufsläden sind teilweise sogar bis 22 Uhr auf. Es sind auch wunderschöne größere Kaufhäuser, Einkaufs- und Unterhaltungszentren (wie z.B. Mammut, Skála, Metro, Pólus Center, TESCO, Duna Plaza) vorhanden. Rund um die Uhr kann man dagegen bei vielen kleineren Privatgeschäften, Tankstellen einkaufen. Die jeweiligen großen Märkte, die sich in den größeren Städten befinden, bieten die günstigsten Preise bei Lebensmitteln an, und das Warensortiment ist sehr umfangreich. Die wichtigsten Passagen und Einkaufsstraßen haben auch sonntags geöffnet. In Touristenkreisen sind auch Flohmärkte beliebt und gut besucht.

 

Getränke

Ungarn ist ein Weinland. Neben einigen hervorragenden Mineralwässern und Bieren ist der feine ungarische Wein das Traditionsgetränk in Ungarn. Die getrunkenen Getränke sind hauptsächlich die ungarischen Weine (siehe Weinseite), Biere (Dreher, Aranyászok, Kobányai, Soproni, Bak), Schnapssorten (Birne, Kirsch, Pfirsich, Pflaume), Zwack-Unicum (vergleichbar mit unserem Jägermeister) und der ungarische Marken- Sekt (Törley).

Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, die man allerdings besser in den kleinen privaten Weinkellern verkostet und nicht im Supermarkt kauft. Weine wie die von Tokaj und Eger (Erlauer Stierblut, Egri bikavér) sind weltbekannt. Andere, weniger bekannte, warten auf ihre Entdeckung, so z. B. die feurigen Rotweine von Villány und Szekszárd oder die harmonischen Weißweine von Badacsony. In den Jahrhunderten der ungarischen Geschichte gab es keinen einzigen Dichter, der nicht auch des edlen Rebensaftes gedachte. Der Wein wurde als Arzneimittel in den früheren Jahrhunderten verwendet und der berühmte Tokajer wurde in der Apotheke verkauft und schon im 13. Jahrhundert "als wirksames Mittel zum Erwerb des Wohlwollens" genutzt. Auch winzige Weinbaugebiete sind einen Ausflug wert. Lassen Sie sich inspirieren durch die einladenden Sätze des ungarischen Meisterkochs Károly Gundel (1883-1956):

"Kommen Sie nach Ungarn, so oft wie möglich, und beurteilen Sie die ungarische Küche hier an der Quelle, in ihrer Heimat. Wir heißen Sie herzlich willkommen! Kommen Sie, und kosten Sie auch die ungarischen Weine aus Badacsony, Eger und Tokaj. Versuchen Sie, die ungarische Zigeunermusik, die tausendjährige Vergangenheit Ungarns, die Erfolge und Probleme des Landes von heute zu verstehen."

Guten Appetit     oder auf ungarisch      Jo étvágyat

 

 

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Vorzügliche Getränke

Klima und Boden schmeicheln auch dem Wein. Der Weinanbau hat in Ungarn und natürlich auch am Balaton eine ganz besonders lange Tradition, die etwa 2000 Jahre zurück reicht. Der erste Wein wurde wahrscheinlich schon von den Kelten im 3. Jahrhundert vor Christus auf dem heutigen Gebiet Ungarns angebaut.

Preisgekrönte Markenweine aus 22 historischen Weingegenden bieten sich als würdige Gesellen der Spezialitäten der ungarischen Küche an. 1999, im Jahr des ungarischen Weines und der Gastronomie wartet Ungarn mit noch mehr kulinarischen Genüssen und Veranstaltungen als bisher auf. Von den 22 offiziellen Weinbaugebieten Ungarns sind als die wichtigsten aus der Balatonregion das Weinbaugebiet von Badacsony, das Weinbaugebiet von Balatonfüred und das Gebiet des südlichen Balaton, "Dél-balatoni borvidék", zu nennen. Daneben werden in Ungarn aber auch liebliche Muskateller, Rieslinge und herbsüße Hárslevelü (Lindenblüten) gezogen. Der Tokajer oder Egri Bikaver - Stierblut - ist ein Klassiker, der es in sich hat.

Die samtig, feurigen und körperreichen oder aber auch leichten Weine haben ihren Weltruf der Kraft der Sonne, Erde und dem Fachwissen der Winzer zu verdanken.

Der bekannteste Wein Ungarns ist aber wohl der Tokajer , dessen Aufstieg im 17. Jahrhundert begann, und den schon der Sonnenkönig Ludwig XIV zu schätzen wusste. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert in Apotheken als Arzneimittel verkauft und war für seine wohltuende Wirkung weit und breit bekannt. Bis heute gilt er als das Aushängeschild des ungarischen Weinbaus. Der berühmte Tokajer, der seit Jahrhunderten den ehrenvollen Beinamen "König der Weine, Wein der Könige" trägt und in dem Maße an Wert gewinnt, wie die Anzahl der Butten (Kiepen) mit den honigsüßen Spätlesetrauben steigt. Diese Weine werden von den überreifen, (manchmal zum Teil edelfaulen) Trauben der herkömmlichen Tokajer Rebsorten gekeltert. Gerne getrunken wird auch der trockene, halbtrockene oder süße Tokajer Samorodner. Er trägt den Namen eines Dorfes im Norden, Tokaj, und ist besonders begehrt in seiner süßen Version, dem Aszú.

Der Tokajer Wein war schon vor 300 Jahren als der beste weiße Likörwein der Welt erwähnt. Er wurde zu den Festmahlen von jeden Landesfürsten serviert. Der Weinname "Tokaj" ist der Älteste der Welt. Dieser ist zu gleich der Name der Landschaft, wo seit Jahrhunderten die Zubereitung von weißem Likörwein beherrscht wird.

Im Jahre 1703 schenkte der Fürst Ferenc Rakóczi II. dem französischen König Ludwig dem XIV. (der Sonnenkönig) zahlreiche Flaschen von seinem Tokajer Weingut. So erschien der Tokajer im Hof von Versailles, wo der Sonnenkönig mit folgenden Worten seiner Begeisterung Ausdruck gab:

"Vinum Regnum, Rex Vinorum".

Wein der Könige, den König der Weine.

So fing der Tokajer an, Europa zu erobern und wurde der Lieblingstrunk von Peter dem Grossen, Katarina der Grossen, Friedrich II., Voltaire, Goethe und Schubert.

Von Budapest etwa 200 km nordöstlich entfernt, in der Nähe der slowakischen und der ukrainischen Grenze, liegt das Tokajer Weinbaugebiet am südlichsten Punkt des vulkanischen Gebirges, das den südlichen Ausläufer der Karpaten bildet. Die Region und ihre wichtigsten Gemeinden kann man leicht mit dem Auto (auf der Autobahn M3 bis Miskolc, und dann auf der Landstraße 37) oder mit dem Zug erreichen. Das Tokajer Museum in der Bethlen Gábor u. 7 informiert ausführlich über die Geschichte des Weins, der aus Spätlesetrauben mit hohem Zuckergehalt gekeltert wird. Einen umfassenden Eindruck von der Stadt und ihrer Umgebung erhält man von dem Tokaji-Berg, der sich mit seinen 515 m über der Stadt erhebt.

 

Tokaji Szamorodni:

Dieses Wort polnischen Ursprungs bedeutet: wie es gewachsen ist. Dieser Wein wird aus ganzen, teilweise edelfaulen Trauben ohne Aussonderung der botrytisierten Aszu-Beeren gewonnen. Trocken oder süß ausgebaut ist er ein ausgezeichneter Aperitif.

 

Tokaji Fordítás:

Dieser edelsüße Tokajer entsteht durch den zweiten Aufguss der Trockenbeeren mit einem Grundwein.

 

Tokaji Aszú:

"Der Tokajer Aszú, das bernsteinfarbig glänzende Blut lässt den Faden von Esprit spinnend die geistreichsten Wörter schimmern".

Diese Weine haben den Namen Tokaj zu Weltruhm verholfen. Das Weinbaugebiet bietet ideale Voraussetzungen für die Entwicklung der Edelfäule (Botrytis cinerea), die die Beerenhaut perforiert, wodurch der herbstliche Sonnenschein die Beeren zu einem in anderen Gegenden unbekannten Maße konzentriert. Diese rosinenartig eingeschrumpften Trockenbeeren (Aszú-Beeren) werden einzeln gelesen, traditionellerweise in Butten (puttony), die jeweils 25 kg enthalten. 3 bis 6 Butten von Aszú-Beeren werden zu einen "Göncer Fass " (136 Liter), normalerweise noch gärendem Grundwein, gemischt. Das Verhältnis der einzeln gelesenen Aszú-Beeren und des zu ihrer Auslaugung benutzten Grundweines bestimmt die Konzentration des Aszú-Weines (3 bis 6 buttig oder Aszú-Eszencia). Aszú-Weine werden in traditionellen Tokajer Kellern mit konstanter Temperatur (10-12 °C) und Luftfeuchtigkeit (über 90%) ausgebaut.

 

Tokaji Eszencia:

Dieser honigsüße, unter dem Eigendruck der Aszú-Beeren austropfende Nektar, ist eine in der ganzen Welt einzigartige Rarität. Er ist so konzentriert, dass er selbst nach Jahren kaum ein Paar Prozent Alkohol erreicht.

Das Weinbaugebiet von "Tokaj-Hegyalja", das den ersten edelsüßen Wein der Welt hervorgebracht hat, verfügt über zahlreiche Trümpfe, ein unvergleichbares Anbaugebiet mit speziellem Mikroklima. Ton- oder Lössboden über vulkanischem Grundgestein, sonnige Südhänge und die für die Entwicklung der Edelfäule (Botrytis cinerea) und die darauffolgende Trockenbeerenbildung förderliche Nähe der Flüsse Tisza und Bodrog.

Die seit Jahrhunderten einheimischen Rebsorten sind Furmint, Hárslevelü (Lindenblättiger) und Gelber Muskateller (Muscat Lunel) .

Furmint:

Die wichtigste Rebsorte, etwa 2/3 des Weinbaugebietes. Die ersten Erwähnungen dieser ungarischen Sorte gehen bis zum 17. Jahrhundert zurück und werden generell für die beste Rebsorte gehalten und haften für den unnachahmbaren, aromatischen Charakter der Weine.

Hárslevelü:

Etwa 30 % des Weinbaugebiets. In Tokaj seit dem 18. Jahrhundert bekannt, ist diese Sorte die zweitverbreiteste in Ungarn. Ihr Name ("Lindenblättrige") erklärt sich durch die Form ihrer Blätter. Er gibt einen sehr aromatischen Wein mit Honig- und Lindenblüten Bouquet.

Sárgamuskotály (Muscat Lunel):

Eine der ältesten Rebsorten der Welt, die seit Jahrhunderten in Tokaj angebaut wird. Trotz ihrer geringen Verbreitung trägt sie eine Menge zum unvergleichbaren Bouquet dieser Weine bei.

Der Tokajer Furmint und der Tokajer Hárslevelü sind körperreiche, charaktervolle Weißweine, die nicht nur Fisch und Meeresfrüchte, sondern auch Fleischgerichte ausgezeichnet begleiten können. Der Tokajer Gelbe Muskateller vereinigt die sortentypischen Aromen mit einer eleganten Säurestruktur.

Das riesige System von Weinkellern, gegraben ins vulkanische Tuffgestein, mit konstanter Temperatur (ca. 12°C) und hoher Luftfeuchtigkeit (ca. 95%) im ganzen Jahr, was ideal für den Ausbau der Weine ist, ist die strenge, in der Geschichte der Weinkultur einzigartige Regelung des Anbaugebiets:

1630 - Máté Sepsy Laczko beschreibt die noch heute gebräuchliche Aszú Weinbereitungsmethode

1655 - die einzelne Aussonderung der Trockenbeeren wird geregelt

1737 - ein königliches Dekret begrenzt das Anbaugebiet

1772 - die erste Lagenklassifizierung der Welt wird geboren, das Können der Tokajer Winzer, die seit Generationen in der Tradition des Weinbaus erzogen wurden

Als Krönung des Abendessens empfehlen wir den Tokajer,

den "Wein der Könige, den König der Weine".

 

Weißwein

Neben Zigeunermusik schmecken auch die wohl bekanntesten Weißweine, der Graue Mönche (Sürke Barat), Riesling (Olaszrisling) oder der Blaustengler (Muskateller) aus Badacsony, der auf vulkanischem Gestein am Balatoner Oberland wächst. Der Balaton - das ungarische Meer - wurde von unseren Vorfahren rund herum an seinen Hängen mit Wein bepflanzt. So gibt nicht nur die Schönheit der Umgebung die geschichtliche und literarische Vergangenheit wieder, sondern auch das Aroma der hier hergestellten, weltbekannten Weine verdienen aufrichtige Bewunderung, ein bleibendes Erlebnis für die Besucher.

Riesling

Die dominierende Art des Weinlandes von Badacsony. Die malerischen Berghänge schmücken zu etwa 60 % die Weinstöcke für den Riesling. Der Wein ist an seiner grünlich-gelben Farbe und seinem für diese Art typischen Aroma, den für diese Gegend charakteristischen Reseda-Bitter-Mandel -Geschmack, zu erkennen.

Grauer Mönch

Unter unseren Weinen der bekannteste. Die kleinen lila-grauen, duftigen Trauben ergeben einen ausgezeichneten Qualitätswein. Seine Farbe ist goldgelb, als wenn er seine Farbe aus dem Feuer des Vulkanes gestohlen hätte, was beim ersten Kosten der ahnungslose Verbraucher wegen seiner angenehmen, streichelnden Süße gar nicht bemerkt wird.

Muskateller

Die älteste Weinart, die bereits die mit der Trauben- und Weinherstellung befassenden alten Griechen und Römer, anerkennend in ihren Beschreibungen erwähnen. Seine Farbe ist goldgelb, typisch ist der dem Parfüm ähnelnde Duft und das Aroma. Dem Männervolk nach macht dieser Nektar die Frauen und Mädchen feurig und freigebig.

Der Cabernet Sauvignon von Villány ist auch ein vorzüglicher Wein. Eine bekannte Weißweinmarke ist die "Mädchentraube" Erlauer Mädchen (Egri Leanyka). Das in Balatonboglár befindliche Weinbauunternehmen Balatonboglari Borgazdasagi Rt. (BB) ist der größte Weinhersteller in der Region Südbalaton. Hier werden seit einigen Jahren von der Henkel AG aus Deutschland, die das Staatsunternehmen nach der Wende kaufte, die ca. 3500 Hektar Anbauflächen bewirtschaftet und die bekannten Del-Balaton-Weine hergestellt.

 

Rotwein

Rotweine gedeihen am besten bei Eger, Szekszárd und Pécs, davon künden Erlauer Stierblut, Medoc Noir, Villányer Burgunder und Villányer Portugieser.

Aber der wohl am meisten geschätzte und bekannteste Rotwein ist der Égri Bikavér (Erlauer Stierblut). Er wird aus mehreren Weinsorten gekeltert, hat einen hohen Alkoholgehalt, einen männlichen Charakter und ist tief rubinrot. Die Bezeichnung Stierblut wird vom islamischen Alkoholverbot abgeleitet. Den Türken war das Trinken von Stierblut nicht verboten. Eger ist die Stadt des Weines. In der Geschichte der an den Ausläufern der Gebirge Matra und Bükk errichteten Stadt spielt der Wein eine große Rolle. Schon an ihrer Peripherie, im so genannten "Tal der schönen Frauen", befindet man sich auf den Spuren jahrhundert alter Weinkultur in den Weinkellern aus Tuffstein. Als Zentrum des Weinbaugebietes bezeichnet man üblicherweise den Berg "Nagy Eged" und seine sanft abfallenden Weingärten. Hier gedeihen die Rebstöcke auf 4000 Hektar Löss- und Sandboden. Eger ist wahrscheinlich das erste ungarische Weinbaugebiet, wo die Raizen (Serben) den Kadarka verbreiteten.

Eger ist eine auf Hügeln erbaute Stadt mit historischer Stimmung, wo jeder finden kann, was ihm Freude bereitet. Unter der Türkenherrschaft wurde der weiße Rebstockbestand auf den Hängen um Eger ausgetauscht. Von da an wurde nach Art der Raizen (Serben) der würzige, "an der Schale gegarte" Rotwein hergestellt. Nicht nur die ruhmreiche und romantische historische Vergangenheit, Gebäude aus alten Zeiten, die Festung, die Basilika, Kirchen, schmiedeeiserne Tore, Fresken, Schätze im Museum und in der Bibliothek, sondern auch die Schwimmbäder, Hügel, Berge und Täler der Umgebung bieten anziehende Ausflugsziele und laden mit seiner bekannten Gastfreundschaft zu einer mehrtägigen Weintour ein. All die schönen angenehmen Erlebnisse können zusammen genossen werden. Was während eines Tages gesehen und erlebt worden ist, kann in einem der Keller im wohlbekannten "Tal der schönen Frauen" mit einem angenehmen, reinen Wein abgerundet werden. Bekannte Weinbauorte: Eger, Egerszalok, Maklar, Noszvaj, Osteros, Verpelet, Aldebrö.

Ein Abend mit ungarischem Wein und ungarischer Musik,

irgendwann wird es dann doch zum Erlebnis.

Bier

Es wird zwar allgemein behauptet, Ungarn sei eine Weintrinker- und keine Biertrinkernation, aber die Gerstensaft-Fans werden in Ungarn bestimmt nicht auf dem Trockenen sitzen. Heimische Biere sind z.B. Dreher, Aranyászok, Kóbányai, Borsodi, Szalon, Soproni oder Bak. Außerdem werden überall Export-Biere angeboten. Ganz vorne steht das berühmte tschechische Bier, wie Pilsner Urquell oder Budweiser. Aber auch die deutschen, holländischen, amerikanischen und inzwischen auch australischen Brauereierzeugnisse sind in Ungarn vertreten. Wenn man sich durch die ungarischen Biersorten durchprobieren möchte, ist man in einer sörözö, also einer Bierstube, am besten aufgehoben. Die Bezeichnung für Bier lautet übrigens (sör) und Prost (égeszségére). In Ungarn wird das Bier in drei Maßen ausgeschenkt; der korsó (Bierkrug) fasst 0,5 l, kiskorsó (kleiner Krug) oder pohár (Glas) bedeutet 0,3 l und für die Bierprobe eignet sich pikoló mit 0,2 l.

 

Sekt

Neben dem bekannten Törley gibt es viele andere hervorragende Sektsorten. Törley ist der bekannteste ungarische Pezsgö, also Sekt. Die Herstellungsmethode von Törley wurde von ihrem "Erfinder" József Törley im 19. Jahrhundert aus Frankreich importiert. Der Jungwein für den Sekt wird bis heute aus der Gegend Etyeh bezogen, welche ein ähnliches Klima wie die Champagne hat.

 

Schnaps

Eines der bekanntesten Getränke ist pálinka - Obstbrand, der in mehreren Arten je nach Obstsorte angeboten wird - und nicht nur als Schnaps, sondern auch als Medizin gegen Kälte, für bessere Verdauung des schweren Essens oder für beides zusammen gilt. Szilvapálinka ist Zwetschgenwasser, das in Ungarn schon seit dem 17. Jahrhundert gebrannt wird und durch die lange Lagerung in Holzfässern sein typisches Aroma erhält. Sehr verbreitet ist auch barackpálinka (Aprikosenschnaps) und cserznyepálinka, in Eschenfässern gereiftes Kirschwasser. Zu den hochprozentigen Getränken gesellt sich auch Slivovitz, der koschere Pflaumenschnaps, der 3-12 Jahre in Fässern gelagert wird. Wer Unicum nicht probiert hat, der war nicht in Ungarn. Unicum ist ein beliebter Kräuterschnaps, der nach einem traditionellen Rezept aus dem 19. Jahrhundert hergestellt wird. Dieses aus 40 Kräutern destillierte Nationalgetränk genießt man entweder klassisch bei Raumtemperatur in Cognacschwenkern, eiskalt wie Wodka oder heiß serviert, um angeblich die Lebensgeister zu wecken.

 

Weinfeste

Im August findet überall traditionell die Weinlese statt. Vielerorts wird dies mit großen Weinfesten gefeiert, wo man in Umzügen die herrlichen alten Trachten bewundern kann. Es werden auch riesige Showprogramme angeboten. In Balatonboglár findet jedes Jahr eines der bekanntesten Weinlesefeste, das "Boglári Szüret" statt, welches sich über mehrere Tage hinzieht und tausende Besucher anlockt oder auch in Badacsony.

 

Weinprobe

Das "Haus der Ungarischen Weine" erwartet im Herzen der Budaer Burg, direkt neben der Matthiaskirche, im Keller und im Erdgeschoss des Gebäudes der Stiftung "Ungarische Kultur", alle Weinliebhaber und Feinschmecker, die das Weinangebot von Ungarn an einer Stelle kennen lernen möchten, oder keine Möglichkeit haben, das Weinbaugebiet selbst zu besuchen.

Ziel dieser in der Budaer Burg (Teil des Weltkulturerbes) errichteten touristischen Sehenswürdigkeit ist die fachlich gut fundierte, authentische Vorstellung von etwa 450 verschiedenen Weinsorten der 22 ungarischen Weinbaugebiete, die Demonstration der Vergangenheit und der Zukunft des ungarischen Weinbaus und die Pflege seines guten Rufes.

Im Tiefkeller des im neugotischen Stil erbauten Gebäudes sind die von den Gemeinden für die Besten gehaltenen Weine je nach Weinbaugebiet gruppiert. In den Demonstrationsräumen sorgen Informationstafeln in 4 Sprachen für die Orientierung der Gäste, eine Karte über den Grundriss des Kellers zeigt die vorgeschlagene Reihenfolge der Weinprobe. Und damit diese Getränke nicht nur eine Augenweide sind, werden dem Gast bei allen Weinbaugebieten offene Flaschen geboten, deren Inhalt er mit der beim Eintritt erhaltenen Degustationsschale frei probieren kann. Alle verkosteten Weine können auch gekauft werden, der Gast kann auch den Zustelldienst des Hauses in Anspruch nehmen.

Bei Anmeldung von Gruppen steht auch ein Fachmann als Begleitung zur Verfügung. Der Ausstellungskeller ist jeden Tag von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, die man allerdings besser in den kleinen privaten Weinkellern verkostet und nicht im Supermarkt kauft. Weine wie die von Tokaj und Eger (Erlauer Stierblut, Egri bikavér) sind weltbekannt. Andere, weniger bekannte, warten auf ihre Entdeckung, so z. B. die feurigen Rotweine von Villány und Szekszárd oder die harmonischen Weißweine. Auch winzige Weinbaugebiete sind einen Ausflug Wert. Lassen Sie sich inspirieren durch die einladenden Sätze des ungarischen Meisterkochs Károly Gundel (1883-1956):

"Kommen Sie nach Ungarn, so oft wie möglich, und beurteilen Sie die ungarische Küche hier an der Quelle, in ihrer Heimat.

 

Kommen Sie, und kosten Sie auch die ungarischen Weine aus Badacsony, Eger und Tokaj.

Versuchen Sie, die ungarische Zigeunermusik, die tausendjährige Vergangenheit Ungarns, die Erfolge und Probleme des Landes von heute zu verstehen."

Die Ungarn heißen Sie herzlich willkommen!

Prost, zum Wohl oder ein égeszégéret !!

 

 

 
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